An der Hundeleine zum Augenarzt

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Kleines Missverständnis mit großem Happy-End

„Die beiden Damen hatten ähnliche Namen. Ich war im Auto unterwegs, konnte mir grad nichts notieren. Und da ist es halt passiert. Ich schickte die falsche Helferin zur falschen Adresse … Die alleinstehende Kundin, die eine Begleitung zum Augenarzt bestellt hatte, staunte nicht schlecht, als meine Helferin mit der Hundeleine vor der Tür stand und ,einen vierbeinigen Kunden’ zum Gassigehen abholen wollte.“

Maria Schimpl muss heute noch über diese kleine Verwechslung lachen. „Glücklicherweise war es nichts
Schlimmes. Weil wir sehr flexibel sind und die Kundinnen nicht weit voneinander entfernt waren, konnten die Helferinnen rasch zur jeweils richtigen Adresse fahren und ihre Aufträge erledigen. Und die ,Augenarzt-Dame’ hat sich mittlerweile mit der Hundesitterin angefreundet und ist nicht mehr so einsam. Somit hatte der Irrtum sogar was Gutes.“

Seit einem halben Jahr betreibt Maria Schimpl aus Vorchdorf ihr kleines Unternehmen „Hilfe im Alltag“. Geringfügig Beschäftigte, die eine Kleinigkeit dazuverdienen wollen, können sich ebenso bei ihr melden wie Menschen, die diese Dienste in Anspruch nehmen wollen.

Maria Schimpl vermittelt dann den Kontakt zwischen Helfern und Kunden. Der Vorteil dabei: Es handelt sich um keine Schwarzarbeiter, die irgendeinem Gewerbe buchstäblich ins Handwerk pfuschen, sondern um offiziell angemeldete Helfer, die über Maria Schimpls Firma auch unfallversichert sind. Sowohl für die Kunden als auch für die Helfer vermindert sich das Risiko, das bei „Pfuschern“ immer gegeben ist.

Die Palette der angebotenen und angefragten Dienstleistungen ist groß: vom Putzen und Bügeln über kleine Reparaturarbeiten bis zum Rasenmähen, von der Begleitung bei Behörden- und Arztbesuchen über
Besorgungen bis hin zur Tierbetreuung.

„Viele Menschen können diese kleinen Dinge oft nicht selbst erledigen und sind froh, wenn sie zuverlässige Helfer finden, die ihnen dabei zur Hand gehen. Und die Helfer sind froh, wenn sie offiziell ein wenig dazuverdienen können. Somit ist vielen gleichzeitig geholfen.“

Noch läuft das Geschäft von Maria Schimpl „nebenbei“, neben ihrem 40-Stunden-Job, einem Nebenjob und dem Haushalt. Aber der Bedarf – sowohl an Helfern als auch an Hilfesuchenden – wird immer größer. Irgendwann will sie sich ausschließlich um die Vermittlung von „Hilfe im Alltag“ kümmern.

„Und bis dahin werde ich meine Computer-Einsatzpläne soweit perfektioniert haben, dass sicher keine Kundin mehr an der Hundeleine zum Augenarzt geführt wird,“ lacht die sympathische Vorchdorferin.

Bilder
Vorchdorfer Tipp Juli 2010